Wasseranwendungen

Mühlentor, Mühlenstraße, An der Walkenmühle, Höpken Mühle– die Namen der Straßen in Bad Iburg und Glane erinnern an die fünf Mühlen, die vom Mittelalter bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts entlang des Kolbachs und des Glaner Bachs im Betrieb waren. Angelegt wurden die Wassermühlen von den Bischöfen, die vom 10. bis 17. Jahrhundert auf dem westlichen Teil des Burgberges residierten und vom Abt des Iburger Klosters, das auf dem östlichen Teil des Burgberges stand. Eine weitere Mühle gab es bei Burg Scheventorf in Glane, angelegt vom dortigen Burgherrn. Neben Getreidemühlen gab es in Iburg und Glane Ölmühlen, Walkemühlen zum Verdichten von Tuch, Bokemühlen zur Flachsverarbeitung und Sägemühlen.

Wassermühlen arbeiten mit einem schweren Mühlrad, das vom fließenden Wasser angetrieben wird. Dazu wurden die Bäche in Mühlteichen gestaut, aus denen dann der Zulauf zu den Wasserrädern je nach Jahreszeit reguliert werden konnte. Dabei musste aber stets beachtet werden, dass es bei Feldern und Weiden oberhalb der Mühle nicht zu Überschwemmungen, bei denen unterhalb der Mühle nicht zu Trockenheit kam. So durften viele Mühlenteiche nur im Winterhalbjahr gestaut werden und die Müller hatten sehr unregelmäßige Arbeitszeiten.

Als die Neue Mühle oder Schloßmühle in den1930 Jahren nicht mehr mit Wasser angetrieben wurde, gestaltete der Kurverein Iburg den ehemaligen Stauteich zu einem See im Mittelpunkt des Kurparks um. 2018 war der Charlottensee ein zentraler Punkt der Landesgartenschau. Das erneuerte Wasserrad der Oberen Klostermühle („Mühlmeyers Mühle“) in Glane dient heute zur nachhaltigen Stromgewinnung.

Weitere Informationen:
Zum Beruf des Müllers im Mittelalter

Literatur:
Rainer Rottmann, Geschichte der Mühlen in Iburg und Glane, Krumbach 2019