Wasserleitungen

Auf dem Burgberg der Iburg befand sich zur Trinkwasserversorgung des Klosters und der Bischöflichen Residenz ein Brunnen. Als dieser im 16. Jahrhundert nicht mehr ausreichte, baute der damalige Prior des Klosters, Johann Frerking aus dem niederländischen Oldenzaal, gemeinsam mit seinen Mitbrüdern eine Wasserleitung. Sie verband nach dem Prinzip der Kommunizierenden Röhren die Quelle des Kolbachs mit dem Kloster. Dazu wurde mithilfe des Wasserdrucks das Wasser aus einem Sammelbecken nahe der Quelle durch ineinandergesteckte und durchbohrte Erlenholzstämme in ein Becken auf dem Burgberg geleitet.

Zum 50. Todestages von Johann Frerking schrieb der Abt Johann Stubbe auf einer Gedenktafel: „Mit That und mit Geld unterstützten die Brüder den Prior, und so verschaffte er uns Wasser aus waldiger Höh, welches er zwang durch unterirdische Röhren zu fließen von den Bergen hinab zu dem Berge hinauf.“ (Übersetzung: C. Stüve)

Der Bischof beteiligte sich schon bald am Ausbau und der Wartung des Wassernetzes, und so nutzen Bischofsresidenz und Kloster fortan das Leitungssystem gemeinsam. Nach der Aufhebung des Klosters im Zuge der Säkularisation in der napoleonischen Zeit im 19. Jahrhundert dienten die zahlreichen Zapfstellen neben den privaten Brunnen bis in die 1930er Jahre der Wasserversorgung der Iburger Bevölkerung.

Weitere Informationen:
Iburgs erste Wasserleitung
Zu Wasserleitungen im Mittelalter
Zum Prinzip der Kommunizierenden Röhren
Zum Kloster Iburg

Literatur:
Gerhard Vollbrecht, Was verbindet die Niederlande mit der Wasserversorgung der Iburg?, Iburger Hefte Nr. 9, Bad Iburg 2010